Stooszyt

KI für unsere Grosseltern!

Am 8. September hat an der Senior*innen-Universität von der Uni Luzern ein Workshop zu künstlicher Intelligenz stattgefunden. Geleitet wurde dieser von der HSLU Dozentin und KI-Forscherin Sophie Hundertmark. Sie hat den rund 40 Teilnehmenden nähergebracht, was mit ChatGPT und co. gemacht werden kann, wo KI sie im Alltag unterstützt, aber auch was Risiken von dieser eher neuen technischen Entwicklung sind.

Künstliche Intelligenz ist seit einigen Jahren nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken. Vor allem jüngere Generationen nutzen sie, um Fragen zu beantworten, Probleme zu lösen und teilweise sogar, um soziale Interaktionen zu ersetzen. Für pensionierte Menschen sieht die Situation jedoch anders aus. Sie haben ihr Leben lang gelernt, alles ohne Hilfe von ChatGPT zu machen. Trotzdem hat die Senior*innen-Universität der Universität Luzern nun zum ersten Mal einen Workshop zur Nutzung von KI gegeben. Die KI-Forscherin Sophie Hundertmark findet diese Weiterbildung von älteren Menschen wichtig. Im Interview erzählt sie, dass durch Unkenntnis bei vielen eine Angst entsteht. Diese Angst zu überwinden ist nach ihr möglich durch Bildung. Dabei sei wichtig, dass den Senior:innen das Nutzen von KI nicht als einzige Möglichkeit erklärt wird, sondern als ein Tool, das ihnen das Leben teilweise erleichtern kann.

Sorgen um die Enkelkinder

ChatGPT war bisher vielleicht kein Teil vom Leben der Kursteilnehmenden. Bei ihren Enkelkindern sieht es jedoch anders aus. Sie kommen fast sicher mit generativer KI in Berührung. Darum kann der Workshop ein Mittel liefern, um sich mit seinen Grosskindern auszutauschen. Sophie Hundertmark erzählt, dass die Sorge um die jüngere Generation da sei. Viele Senior:innen befürchten, dass sich ihre Enkelkinder zu sehr auf künstliche Intelligenz verlassen und ihre sozialen Kontakte dadurch leiden. Ein eigenes Verständnis darüber, was KI überhaupt ist, hilft, in den Dialog zu treten und kommende Generationen über die Gefahren aufzuklären. So können Sorgen und Ängste in Taten umgewandelt werden.
Die Lebensrealität ihrer Enkel:innen, unterscheidet sich stark von der der Pensionierten. Sie wuchsen ohne KI auf, was heut selten der Fall ist. Diese Differenz zeigt sich immer mehr. Das sieht auch Hundertmark so. Für Fragen und die Lösung von Problemen wenden sich junge Menschen heute schnell an künstliche Intelligenzen. Selber nachzudenken oder in seinem Umfeld nach Antworten zu suchen, sei zunehmend keine Option mehr. Wenn die KI dann antwortet, sieht Sophie Hundertmark oft ein blindes Vertrauen. Es wird gar nicht hinterfragt, ob ChatGPT die Wahrheit sagt.

"Die Senior:innen waren erstaunlich positiv!"

Trotz der Risiken ist die ältere Generation gegenüber künstlicher Intelligenz weniger negativ eingestellt, als man vielleicht denken könnte. Das ist zumindest das, was die KI-Expertin Sophie Hundertmark vom Workshop mitgenommen hat. Während alle Teilnehmenden offen waren, gab es einige, die unbedingt lernen wollten, wie und wofür man ChatGPT benutzt.
Doch nicht alle wollten ihre Begeisterung in ihren Alltag mitnehmen. Die Workshop-Leiterin erzählt von einem Teilnehmenden, der zwar dankbar für das Gelernte gewesen sei, sich aber sicher war, dass er generative KI nach dem Kurstag nicht mehr nutzen würde. Als Grund dafür nannte er die Sorge, das Sprechen mit ChatGPT würde sein Suchen nach sozialen Kontakten erschweren. In seinem Alter will er sich zwingen, rauszugehen und Leute zu treffen. Dass das durch KI ersetzt werden könnte, wolle er nicht riskieren.

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