In der Politik und den Medien wird oft über Integration geredet - und geredet und geredet... Doch wer macht das nun eigentlich? Wie integriert man Menschen, mit einem komplett anderen Hintergrund? Pfasyl macht genau das. Ein Team aus Freiwilligen verbindet Pfadi und Asyl.
Anne, eine Leiterin aus dem Team, erklärt uns, wieso es das Angebot Pfasyl braucht. Durch die Sprachbarriere wüssten die Familien nichts von Freizeitaktivitäten wie der Pfadi, die für alle zugänglich sei. Zudem vermutet Anne, dass es auf struktureller Ebene teilweise an Interesse fehlt, die Kinder gezielt einzugliedern.
Freizeit für alle
Pfasyl gibt es seit 2016 – vor 10 Jahren gründeten ein paar junge Menschen mit Pfadi-Hintergrund die erste Pfasyl in Luzern. Mittlerweile gibt es Pfasyl in mehreren Kantonen in der Schweiz. Ein Kernteam aus fünf Freiwilligen und vielen Helfenden trifft sich jeden zweiten Sonntagnachmittag mit den Kindern in den Asyl-Durchgangszentren. Sie spielen Spiele, gehen in den Wald, backen Kekse oder gehen Eislaufen. Das längerfristige Ziel ist dann, dass Pfasyl die Kinder begleitet, auch wenn sie aus dem Zentrum ausziehen. Danach wird geschaut, dass die Kinder in ihrer neuen Gemeinde in die Pfadi eingegliedert werden.
Die Sprachbarrieren seien zwischen den Kindern kein Problem. Viele können ein bisschen Deutsch oder Englisch, zudem können sich auch manche untereinander verständigen. Und wenn das alles nicht funktioniert, dann gestikuliert man eben. Die Kommunikation mit den Durchgangszentren sei die grössere Herausforderung. Pfasyl darf rechtlich keine Informationen von den Asylzentren erhalten, deshalb wissen sie oft erst sehr kurzfristig, ob ein Kind ausgezogen ist. Eine andere Schwierigkeit, sei, dass sie immer wieder Freiwillige suchen.
Anne meint, es müsse mehr gemacht werden beim Thema Integration. Die Eingliederung in Freizeitangebote sollte viel durchlässiger sein. Die Arbeit, die Pfasyl leiste, sei eigentlich die Aufgabe des Kantons.