Stooszyt

«Eine kleine Blume auf dem Balkon reicht!»

Die Lebewesen und deren Lebensraum um uns herum, also die Biodiversität schützen. Doch wie macht das die Landwirtschaft und was können wir, als Konsumenten machen? All das konnte ich Andrea Friedli fragen, sie ist Biologin und arbeitet bei der Vogelwarte Sempach im Bereich Lebensraum Kulturland. Hör rein:

Was ist Biodiversität?

«Biodiversität ist die Vielfalt von Lebewesen und deren Lebensräume um uns herum», das ist die einfache Definition von Andrea Friedli, sie ist Biologin und arbeitet bei der Vogelwarte Sempach im Bereich Lebensraum Kulturland, also Landwirtschaft. Die Definition laut Wikipedia lautet, «Biodiversität oder biologische Vielfalt ist ein Konzept der Biowissenschaften für die Vielfalt und Variabilität des Lebens in einem bestimmten Landschaftsraum oder in einem geografisch begrenzten Gebiet.» Doch was macht jetzt genau die Landwirtschaft für diese Biodiversität?

Was macht die Landwirtschaft?

Gemäss dem Bund sind Landwirt*innen dazu verpflichtet mindestens 7% der Landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Biodiversität zu nutzen. Dabei gibt es viele verschiedene Anforderungen und Massnahmen, die umgesetzt werden können. Das können zum Beispiel Steinmauern sein, welche Eidechsen einen Unterschlupf finden. «Das können aber auch Asthaufen sein oder auch Strukturen wie Steinhaufen sein», gibt Andrea als Beispiele. Weitere konkrete Masnahmen findest du auf agrinatur.ch, eine Webseite welche in zusammenarbeit von verschiedenen Organisationen entstanden ist.

Die Fläche, welche für die Biodiversität genutzt wird, kann dann nur noch begrenzt zur Produktion genutzt werden, deswegen seien viele Landwirt*innen eher abgeschreckt. Für Andrea ist es jedoch wichtig das beides geht. «Wir sind alle auf die Produktion von Landwirt*innen angewiesen und sie auf unseren Konsum. Doch der Biodiversität Platz geben und die Produktion von Lebensmittel können einhergehen», das ist Andrea sehr wichtig bei der Zusammenarbeit mit Landwirt*innen. Die Produktion von Landwirtschaft Betrieben wird vor allem vom Konsumbeeinflusst. Wie beeinflussen wir als Konsumenten also die Biodiversität?


Was kannst du machen für die Biodiversität?

«Wir alle gehen tagtäglich einkaufen und stehen vor der Entscheidung welche Produkte man kauft», Andrea erklärt, dass du bereits beim Einkaufen Entscheidungen treffen kann für die Biodiversität. Wenn du lokal saisonal und wenn möglich lokal einkaufst, ermöglichst du Nachhaltigere Produktion von Lebensmitteln. «Das man auch mal an den Markt oder bei einem Bauernlädeli vorbei geht». Doch nicht nur das Einkaufen von Lebensmitteln ist wichtig, sondern auch die Verarbeitung. Wenn du der Biodiversität helfen möchtest, dann verwerte alles, was du einkaufst. Somit wird auch nur so viel produziert wie auch benötigt wird.

Nicht nur beim Essen kannst du etwas tun, sondern auch bei deiner Deko. «Du musst nicht einen riesigen farbigen Garten haben, eine kleine Blume auf dem Balkon reicht schon.» Ziel sei es möglichst viel Grünfläche wieder zu schaffen und somit der Natur zurückzugeben. Dies hilft nicht nur der Biodiversität, sondern auch gegen die Hitze im Sommer.

Das Thema Biodiversität in der Landwirtschaft wird in verschiedenen Vorträgen der "Zwitscherzeit!" von der Vogelwarte Sempach thematisiert.

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