Festivalsaison

Saint Ghetto Festival - Samstag

Tag drei am Saint Ghetto Festival, LET'S GOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO!!!!!!!!!

«I Think I Got Obsessed» - Kìzis im Interview

Kìzis vor der Dampfzentrale in Bern. (Bild: 3FACH)

Kìzis ist eine Künstlerin aus Montréal, Kanada. In ihrer Musik – insbesondere in ihrem neusten Album «Tidibàbide / Turn» - vereinigt sie traditionelle, Indigene Musik und modernere elektronische Elemente. Nebst den verschiedenen Einflüssen von Musik, ist Kìzis’ Werk auch eine Ode an ihre Indigene Kultur und ihre eigene Identität. Als Two-Spirit Person ist sie keinem der binären und westlich geprägten Geschlechter zugehörig, was bei vielen Indigenen Völker schon kurz nach der Geburt vom Baby selbst entschieden wird. Gleich wenn ein Kind auf die Welt kommt, wird es auf den Boden gesetzt und entscheidet, ob es zu einem Korb oder einem Bogen krabbeln will. Einige Kinder spielen auch mit beiden, was bei Kìzis selbst der Fall war.

Bei einer solch ausführlichen und persönlichen Geschichte ist es kaum ein Wunder, dass das Album über drei Stunden geht – dazu finden auch über 50 Features darauf Platz. Bei solch vielen Kollaborationen könnte man meinen, dass die Intimität verloren geht; das sei bei Kìzis aber nicht der Fall gewesen.

«The people on the album could relate, so it was always coming from the heart»

Sie weiss aber nicht, ob sie in folgenden Projekten gleich vorgehen wird – bei «Tidibàbide / Turn» wollte sie ihre Gefühle einfach rauslassen; sei es durch aktivistische Lyrics, welche an die LGBTQ+ Community gerichtet ist, oder durch Oden, die sich der Indigenen Kultur widmen.

Wie sie im Interview sagte, sei sie mit der Zeit immer mehr verfremdet mit ihrer eigenen Kultur geworden – da hat ihr das Album und die vielen Zusammenarbeiten auch geholfen. Über das kannst du im ganzen Interview noch mehr erfahren:


Jenseits des Konkreten sehen und fühlen - Coby Sey im Interview

Coby Sey im Übertragungswagen. (Bild: 3FACH)

Von London einmal quer durch Europa. Coby Sey sitzt nach einer langen Tournee vor mir im 3FACH Übertragungswagen in Bern, der letzten Station seiner Tour. Seine Musik einem konkreten Genre zuzuordnen erweist sich als schwierig und ich werde es mir auch nicht anmassen dies zu versuchen. Auf all meine Fragen antwortet er bedacht und überlegt, lässt sich Zeit. Ich frage ihn, was er mit seinem Debut Album "Conduit" vermitteln möchte.

"I think the concrete message within the album for me is for us to remind ourselves of the importance of being able to see and feel beyond stuff that is concrete." 

Worte, die sich in seiner Musik widerspiegeln. Musik, welche sich als vielschichtig, komplex, surreal und gar als transzendental erweist. Des Weiteren scheut Coby Sey auch nicht davor politische Ereignisse - sei es auf nationaler oder auf internationaler Ebene - in seine Werke zu integrieren. Seine Musik dient ihm dabei auf Geschehnisse zu reagieren. Etwas, was sich insbesondere bei seinen Songs "Permeated Secrets", "Onus" und "Dial Square" als zutreffend erweist. Die direkte Ansprache von Themen soll jedoch keineswegs die Bedeutung dessen schmälern, was jede*r Einzelne in seiner Musik empfindet. Seine Musik soll ein Ort sein, wo Menschen Trost finden, meditieren oder über Dinge reflektieren können und die Freiheit haben, die Musik so zu interpretieren, wie es für sie selbst richtig ist. 


Zwischen Gehuste und der Auflösung vom stigmatisiertem Metal - Divide and Dissolve im Interview

Divide & Dissolve. (Bild: 3FACH)

Kaum eine Band schafft es zu zweit einen so dichten, energetischen Sound auf die Bühne zu bringen, wie die australische Band Divide and Dissolve. Laute Doom Metal Parts werden gefolgt vom atmosphärischen Saxophonspiel von Takiaya Reed. Zwar sind Divide and Dissolve eine rein instrumentale Band, auf politisches Messaging verzichten die Beiden aber keineswegs. Schliesslich funktioniert, wie Takiaya im Interview sagt, 80% alle Kommunikation non-verbal. Auf die Frage ob sie das Gefühl hat gegen die Stigmata einer, von weissen Männern dominierten Metal-Szene, ankämpfen zu müssen, antwortete sie ganz lässig:

"I feel really optimistic. The music industry has some paterns in it, but I want to be open-minded towards everyone"

Im Interview sprach Takiaya auch über ihre Zusammensarbeit mit den Musikern Ruban Nielson (Unknown Mortal Orchestra) und Geoff Barrow (Portishead) und wie es sich als Indie-Artist anfühlt, wenn plötzlich die eigenen Idole zu Fans und Kollaborateur*innen werdet. Vor ihrem eigenen Konzert hatten Divide und Dissolve noch die Gelegenheit, den einen oder anderenGig selbst schauen zu gehen. Was dabei ihre Highlights waren, hörst du im, von Hust- und Lachanfällen geprägten, Interview:

Wir verwenden Cookies um die Performance unserer Website zu messen. Möchtest du diese Cookies akzeptieren?