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"Ich habe meinen Tribut geleistet" - Alphons Ziegler

"Ich habe meinen Tribut geleistet", resümiert der 56-jährige Alphons Ziegler am Ende des Gesprächs. Zwischen 1996 und 2004 hat er insgesamt fünf humanitäre Einsätze geleistet. "Dabei habe ich mein Leben - oder mindestens meine Gesundheit riskiert.", erklärt er. 

Nach einem Studium in Geschichte und Deutsch bewirbt sich Alphons Ziegler beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Er bekommt den Job. "Der Kontinent Afrika hat mich damals fasziniert", erklärt er. Da habe sich das humanitäre Berufsfeld angeboten. Ein Helfersyndrom habe er nicht. Aber: "Idealismus hat schon eine grosse Rolle gespielt". 


Erstmission in Ruanda

Im August 1996 beginnt der erste Einsatz von Alphons Ziegler. Als Delegiert des IKRK geht er nach Ruanda. Nur zwei Jahre nach dem Völkermord in Ruanda, bei dem während 100 Tagen zwischen 800'000 und 1'000'000 Angehörige der Tutsi-Bevölkerungsgruppe ermordet wurden. 

Ruanda war zu dieser Zeit ein gebeuteltes Land. Teile der Bevölkerung waren traumatisiert vom Völkermord. Alphons Ziegler besucht regelmässig Gefängnisse in denen unmenschliche Bedingungen herrschen. Und versucht verbesserungen auszuhandeln. Ausserdem ist er verantwortlich für eine Versöhnungsprojekt zwischen Hutus und Tutsis - den beiden Bevölkerungsgruppen in Ruanda zuständig. Gemeinsam bauen Angehörige der Gruppen ein Dorf mit ca. 100 Häusern.  

Der Einsatz in Ruanda endet überraschend.  Die Sicherheitslage verschlechtert sich rasant. Anschläge in den Städten werden immmer häufiger. Die Delegierten des IKRK verlassen Ende Februar 1997 das Land. 

Der Gefahr entkommen

Nur wenige Wochen später, Ende März 1997, beginnt der nächste Einsatz in Sierra Leone. Das Land hat einen Bürgerkrieg hinter sich. Seit November 1996 gilt ein Friedensvertrag zwischen der Regierung und der Rebellengruppe RUF. 

Die Delegierten des IKRK sollen Saatgut an die lokale Bevölkerung verteilen und so zum Wiederaufbau beitragen. Zu Beginn läuft die Aktion gut. Doch bald gibt es Probleme. Die RUF formiert sich neu und erobert erneut Gebiete - auch in der Nähe der Delegation, der Alphons Ziegler angehört. Im Mai 1997 werden Sie mittels Hubschrauber aus dem Gebiet evakuiert. Zeit auch nur das nötigste zu packen blieb Ihnen nicht. Die Soldaten der RUF waren schon zu nahe. 

Danach kamen noch weitere Einsätze im Südsudan (1998), in Nordkorea (2001) und im Sudan (2004). 

Heute arbeitet Alphons Ziegler als Lehrer an einem Luzerner Gymnasium. Wie haben Ihn seine humanitären Einsätze geprägt? Und setzt er sich heute noch für die Lösung von globalen Problemen ein? 

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