Sprechstunde

"Wird mich keine:r dafür ins Luzerner Gefängnis sperren"

Hast du Angst davor, älter zu werden?

Egal wie fest dich das beschäftigt, keiner hat wohl solch panische Angst davor wie Dorian Gray. Die Romanfigur von Oscar Wilde wünscht sich nichts sehnlicher, als für immer jung und schön zu bleiben. Sein Wunsch geht in Erfüllung und der junge Mann behält sein bildhübsches, makelloses Gesicht. An seiner Stelle altert ein Gemälde, welches der ihn vergötternde Maler Basil von ihm gemacht hat. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf... und führt in Abgründe, in der Grenzen zwischen richtig und falsch verschwimmen, Herzen gebrochen und Seelen verdorben werden.

"Das Bildnis des Dorian Gray" feiert am 1. Dezember Premiere im Luzerner Theater. die in Berlin wohnhafte Regisseurin Katrin Plötner hat sich dem Stück angenommen und es moderner gemacht. Wobei der rund 130 Jahre alte Roman schon von sich aus heute noch relevant ist und auch der heutigen Generation den Spiegel vors Gesicht hält. Stichwort: Eitelkeit, Narzissmus, Oberflächlichkeit. 

"Es wird mich keine*r ins Luzerner Gefängnis sperren"

Zwischen dem wunderschönen Dorian Gray und dem Maler Basil lässt sich beim Lesen des Romans eine Liebesbeziehung vermuten. Jedoch wurde das nie konkret bestätigt.

"Queerness ist ein grosses Thema in der Geschichte von Oscar Wilde, gleichzeitig wird es absolut versteckt erzählt, weil es ja unter Strafe stand" 

- Katrin Plötner

Der Autor von "Das Bildnis des Dorian Gray" - Oscar Wilde - war selbst queer, wurde aber deshalb damals (Ende 19. Jahrhundert) zu einer harten Gefängnisstrafe verurteilt, von der er sich weder körperlich noch psychisch jemals richtig erholte. Regisseurin Katrin Plötner sieht nun aber die Chance, das Stück jetzt moderner (und queerer) zu erzählen. 

"Sicherlich wird das [Queerness] in irgendeiner Form mehr ausgelebt, weil mich ja jetzt keine*r in das Luzerner Gefängnis sperren wird dafür."

Hier hörst du den ganzen Beitrag zum Theaterstück und das Gespräch mit Katrin Plötner, in dem sie unter anderem verrät, warum Dorian Gray in ihrer Fassung nicht von einem Mann porträtiert wird. 

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