Trojaner

Neuralink: Laufen wir bald mit Computerchips im Kopf herum?

«Gertrude» ist Schweinchen Nummer 2. Erst war sie etwas eingeschüchtert von der grossen Menschenmenge, die vor der Bühne stand. Doch nur ein paar Leckerlis später blickte Gertrude fröhlich in die Kamera, während der Unternehmer Elon Musk die neusten Fortschritte seines Unternehmens Neuralink der Öffentlichkeit präsentierte. Man sieht es ihr nicht an, aber Schweinchen Nummer 2 trägt einen Computerchip im Gehirn.

Neuralink möchten Menschen mit Computern verbinden. Seit rund drei Jahren arbeiten sie an einer entsprechenden Technologie und präsentierten diesen Sommer den ersten Prototypen ihres Produkts. Ein kleiner Chip, der sich komplett in ein Gehirn einpflanzen und dann von Aussen via Wireless bedienen lässt.

Die Anwendungsgebiete sind vielfältig – und weitgehend offen

Die Frage, was man mit dem Chip alles machen will, sind noch weitgehend offen. In einem ersten Schritt sind motorische Anwendungen wie etwa das Steuern einer Computermaus oder die Bedienung eines Smartphones mit blossen Gedanken sehr naheliegend. Theoretisch könnte man irgendwann aber sogar Fotos mit den eigenen Augen machen oder Videos direkt im Kopf abspielen lassen.

Medizinische Fortschritte als Nebenprodukt

Neuralink sieht in ihrer Arbeit auch einen grossen Medizinischen Nutzen. Der Schlüssel für die Technologie ist ein umfassendes Verständnis dafür, wie unser Gehirn funktioniert und wie es gesteuert werden kann. Mit diesem Wissen könnten dann auch neurologische Erkrankungen oder etwa Lähmungen behandelt werden.

Ein langer Weg

Noch steckt die Technologie in den Kinderschuhen. Bis der Chip brauchbare Informationen aus dem Hirn auslesen kann, dürften noch Jahre bis Jahrzehnte vergehen. Darüber hinaus muss sich Neuralink jetzt den kritischen Fragen von Wissenschaftlern aus aller Welt stellen und ein Verfahren entwickeln, wie der Chip auf sichere Weise implantiert werden kann. Mit wachsendem Funktionsumfang der Chips wird sich die Gesellschaft auch vielen Ethischen Fragen stellen müssen. Wie weit dürfen wir in die menschliche Psyche eingreifen? Wie sieht der Datenschutz bei Gehirn-Chips aus? Sollte man irgendwann Informationen direkt in den Kopf laden können, wird sich unsere Welt wohl weitestgehend verändern.


In der Digitaldosis bearbeiten und erklären die Studenten Reto Stadelmann und Lukas Huwyler von der Hochschule Luzern Informatik aktuelle und relevante technische Neuerungen und Entwicklungen. Die richtige Dosis digital, einfach und verständlich erklärt.


Bild: neuralink


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