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Was ist los mit der Pflegeinitiative?

2021 nahm die Schweizer Bevölkerung die Pflegeinitiative mit 61 Prozent Ja-Stimmen an. Sie verlangte, dass die Situation in der Pflege nachhaltig verbessert wird. Das wollen sie mit mehr Personal, besseren Arbeitsbedingungen und mehr Kompetenzen für Pflegefachpersonen erreichen. Fünfeinhalb Jahre später zeigt sich aber, die Umsetzung ist schwieriger als gedacht.

In der Sendung erfährst du, was was bereits umgesetzt wurde und warum die wichtigsten Verbesserungen noch auf sich warten lassen.

Die Pflegeinitiative wird in zwei Etappen umgesetzt. Die erste Etappe, die sogenannte Ausbildungsoffensive, wurde im Juli 2024 umgesetzt. Diese soll dafür sorgen, dass mehr Pflegepersonal ausgebildet wird. Dafür stellt der Bund über acht Jahre bis zu eine Milliarde Franken zur Verfügung. Unterstützt werden Spitäler, Pflegeheime und Spitex-Organisationen bei der Ausbildung, aber auch Schulen und Studierende. Zudem dürfen Pflegefachpersonen neu gewisse Leistungen selbstständig über die Krankenkasse abrechnen, beispielsweise Beratungen oder Grundpflege.

Zweite Etappe lässt auf sich warten

Die zweite Etappe betrifft die Arbeitsbedingungen. Wie lange darf gearbeitet werden? Wie kurzfristig dürfen Dienstpläne geändert werden? Und wie werden Überstunden entschädigt? Der Bundesrat hat dazu Verbesserungen vorgeschlagen. Doch von der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) wurden diese teilweise abgeschwächt. Die maximale Arbeitszeit soll gemäss SGK höher bleiben als ursprünglich geplant, und auch bei Zuschlägen oder Dienstplänen gibt es weniger weitgehende Regelungen.

Befürworter*innen der Initiative finden, dass sich ohne bessere Arbeitsbedingungen der Fachkräftemangel nicht lösen wird. Die Gegenseite warnt hingegen vor steigenden Kosten im Gesundheitssystem.

Unmut macht sich breit

Vielen geht die Umsetzung der Initiative zu lange. Im November 2025 demonstrierten rund 5000 Menschen in Bern für eine schnellere Umsetzung der Pflegeinitiative. Viele von ihnen arbeiten selbst im Gesundheitswesen.

Auch in der Politik wird intensiv darüber diskutiert. In der SRF Arena Anfang Mai 2026 prallten unterschiedliche Meinungen aufeinander. Während ein SVP-Politiker vor höheren Kosten warnt, fordert die andere Seite eine konsequente Umsetzung des Volksentscheids.

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