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Wie politisch sind die olympischen Spiele?

Olympia und Politik?

In der aktuellen Sendung stehen die olympischen Spiele im Zentrum. Aber was hat das Ganze überhaupt mit Politik zu tun? Obwohl das IOC politische Neutralität anstrebt, sieht die Realität oft anders aus. Das konnte auch an den diesjährigen Winterspielen in Milano Cortina beobachtet werden.

In der Sendung erfährst du mehr über politische Statements an der Olympia und erfährst inwiefern Sport schwierig von Politik zu trennen ist:

Entstehung

Der Ursprung der olympischen Spiele findet sich im antiken Griechenland. Der Mythos besagt, dass die Spiele zu Ehren des Zeus, des höchsten Gottes der griechischen Götterwelt, ins Leben gerufen wurden. Die ersten Spiele fanden 776 v. Christus statt. Schon damals waren die Spiele von Politik geprägt: Die griechischen Stadtstaaten demonstrierten ihre Stärke und pflegten diplomatische Beziehungen.

Der Glauben an die griechische Götterwelt hat immer stärker abgenommen. 380 n. Christus wurde dann das Christentum zur römischen Staatsreligion erklärt. Der Kaiser hat die Spiele verboten, da sie seiner Meinung nach ein "heidnischer Kult" seien.

Die Olympia hat dann über Jahrhunderte nicht mehr stattgefunden. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Idee von Pierre de Coubertin wieder aufgegriffen. Die ersten "modernen" olympischen Spiele fanden 1896 in Athen statt. Über die Jahre hat sich das Event zu einem bedeutenden Event für die Länder entwickelt.

Politische Spannungen

Die olympischen Spiele waren stets ein Ort, wo verschiedene Länder aufeinandertrafen. Besonders bei weltpolitischen Konflikten bot der Event eine Plattform für Politik, wenn auch ungewollt vom Internationalen olympischen Komitee (IOC). In ihrer olympischen Charta verbieten sie jegliche Art von politischer, religiöser oder rassistischer Propaganda in olympischen Stätten. Die Realität sieht jedoch anders aus. Der politische Aspekt der olympischen Spiele besteht aus vielen verschiedenen Dimensionen: Wer darf an den Spielen teilnehmen, wo finden die Spiele statt, inwiefern dürfen sich individuelle Athlet:innen politisch äussern, wie ist der Umgang mit Kriegsakteuren und vieles mehr. Das internationale olympische Komitee (IOC) ist dabei ein zentraler Akteur.

Olympia 1936 in Berlin

Ein Beispiel, das aufzeigt, inwiefern Politik schon immer eine grosse Rolle an den Spielen hatte, ist die Olympia im Jahr 1936. Die fand nämlich im nationalsozialistischen Deutschland unter Adolf Hitler statt. Die Spiele waren stark von Propaganda geprägt. Aber die Durchführung wurde erst von verschiedenen Ländern, allen voran der USA boykottiert. Deutschland hatte nämlich 1935 bereits die Nürnberger Gesetze beschlossen, die die Rechte von Jüdinnen und Juden in Deutschland massiv einschränkten. Berlin wurde aber bereits 1931 als Austragungsort beschlossen. Also während der Weimarer Republik, als Deutschland noch ein demokratischer Staat war. Hitler hat sich trotz des anfänglichen Boykotts stark für die Durchführung der Spiele eingesetzt. Er konnte sich durchsetzen unter den Bedingungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der Wettbewerb müsse für alle Nationen zugänglich sein und die Nationalsozialisten dürften die Spiele nicht zur Selbstdarstellung brauchen. In den Wochen vor der Austragung wurden dann antisemitische Parolen entfernt und Deutschland hat sich als organisierte und friedliebende Nation präsentiert, während es seine rassistische und antidemokratische Regierung versteckte.

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