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Antimuslimischer Rassismus

Rassismus gegenüber Muslim*innen

Am Samstag dem 21. März fand der internationale Tag gegen Rassismus statt. Anlässlich dieses Tages handelt die Sendung um antimuslimischen Rassismus. In der Schweiz leben über 400'000 Muslim*innen, wovon ein Drittel bereits rassistische Erfahrungen erlebt hat (mit einer unbekannten Dunkelziffer). 2025 wurde eine Studie über antimuslimischen Rassismus in der Schweiz veröffentlicht, die diese Form der Diskriminierung genauer beleuchtet. In der Sendung sprechen wir mit der Co-Autorin dieser Studie, der Soziologin und Islamwissenschaftlerin Noemi Trucco. Eine junge Muslimin berichtet in der Sendung zudem über ihre Erfahrungen mit antimuslimischem Rassismus.

In der Sendung erfährst du wo antimuslimischen Rassismus stattfindet & welche Formen er annehmen kann. Ebenfalls wird beleuchtet, weshalb die Schweizer Bevölkerung ein grosses Misstrauen gegenüber Muslim*innen hat und wie das historisch gewachsen ist.

Wo findet Rassismus statt?

Antimuslimischer Rassismus ist ein System das Fremdheit schafft und eine "wir" und "ihr" Vorstellung aufbaut, wie Noemi Trucco, Soziologin und Islamwissenschaftlerin erzählt. Antimuslimischer Rassismus findet in allen Lebensbereichen statt: Bei der Arbeit, in der Bildung, in der Nachbarschaft, im öffentlichem Raum und auch im Gesundheitswesen, wie Noemi Trucco erzählt. Eine junge Muslimin, die anonym bleiben will, hat uns erzählt, dass sie im Alltag oft auf Hochdeutsch angesprochen wird oder aufgrund von ihrem Kopftuch unterschätzt wurde. Von antimuslimischem Rassismus betroffen sind Personen, die von aussen als muslimisch wahrgenommen werden. Damit verstärken beispielsweise das Kopftuch die Diskriminierung, weil man von aussen als muslimisch gelesen wird. Dazu sind Frauen die ein Kopftuch tragen, durch ihr Frau-sein und ihr muslimisch-sein von einer Mehrfachdiskriminierung betroffen.

Medien 

Im Auftrag der eidgenössischen Kommission gegen Rassismus gab es 2018 eine Studie, welche die Berichterstattung über Muslim*innen in der Schweiz zwischen 2009 bis 2017 untersuchte. Diese hat herausgefunden, dass sich die Berichterstattung stark auf das Thema Terror und Radikalisierung beziehen. Dadurch entsteht ein Erwartungsdruck, dass sich Muslim*innen von diesem Terror distanzieren müssen, obwohl sie nichts damit zu tun haben. Das meint Noemi Trucco, Islamwissenschaftlerin und Soziologin, die als Co-Autorin an der Studie über antimuslimischen Rassismus in der Schweiz beteiligt war. Sie sieht die Rolle der Medien in Verbindung mit antimuslimischem Rassismus, als sehr wichtig an:

"Ich glaube Medien spielen eine grössere Rolle als sie denken."

Noemi Trucco ist der Meinung, dass ein grosser Teil des medialen Diskurses antimuslimisch rassistisch sei und es wenig Gegenstimmen dazu gebe. 

Ein weiterer Aspekt den die Studie festgestellt hat, ist dass es eine starke Zunahme der Berichterstattungen gab, die Distanz gegenüber Muslim*innen schaffen. Es müssen zwar kritische Aspekte beleuchtet werden, dabei müssen sich Journalist*innen aber auch Gedanken machen, ob eine Berichterstattung über fast ausschliesslich negative Aspekte, der Vielfalt der Muslim*innen in der Schweiz gerecht wird. So schlussfolgert die Studie.

Umgang in der Gesellschaft

Über ein Drittel der Muslim*innen in der Schweiz berichtet über Erfahrungen von antimuslimischem Rassismus. Noemi Trucco ist der Aufassung, dass alle in der Verantwortung stehen, um diesen Rassismus zu bekämpfen. Das kann man indem man klar Position gegen Rassismus bezieht und Betroffenen zuhört. Dazu ist es wichtig Rassismus den man beobachtet oder selbst erlebt bei Meldestellen meldet, damit das Problem besser verstanden und bekämpft werden kann.

Die junge Muslimin, die in der Sendung von ihren Erfahrungen erzählt, wünscht sich von der Gesellschaft:

“Ich finde es mega wichtig, dass Leute, die Muslim*innen und den Islam nicht so gut kennen, (...) dass man trotzdem selbst reflektiert und mit Muslim*innen in das Gespräch kommt.” 

In den Dialog mit Muslim*innen kommen, eigene Stereotype überdenken und eine klare Position gegen Rassismus beziehen. So kann sich jede einzelne Person gegen antimuslimischen Rassismus einsetzen.

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