Mehr Frauen in der Armee
Der Bund hat das Ziel, bis 2030 einen Frauenanteil von 10 % in der Schweizer Armee zu erreichen. Um mehr Frauen für das Militär zu begeistern, fand am 21. März in Sempach ein Orientierungstag nur für Frauen statt. Dort wurde thematisiert, was das Militär alles bietet und wie der Alltag spezifisch für Frauen im Militär aussieht. Momentan ist der Frauenanteil im Militär bei rund 2 Prozent, wodurch Frauen mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert sind.
In der Sendung erzählt Caro Weibel, die selbst seit 9 Jahren Dienst für die Schweizer Armee leistet, von ihren Erfahrungen als Frau im Militär. Teilnehmerinnen des Orientierungstags sprechen darüber, was sie für das Militär motiviert und wovor sie Respekt haben. Dazu erfährst du mehr über die Geschichte von Frauen im Militär und wie die Einführung eines obligatorischen Orientierungstags für Frauen aussieht:
Alltag für Frauen
Der Militärdienst ist für Schweizer Männer Pflicht. Schweizerinnen dürfen freiwillig einen Dienst in der Armee leisten. Der Frauenanteil im Militär beträgt 2.3 Prozent (Stand 2025), es ist also stark von Männern geprägt. Dennoch gibt es mehrere Frauen, die sich für den Dienst entscheiden, darunter auch Caro Weibel. Sie ist Oberleutnant im Lehrverband Infanterie als Zugführerin tätig. Caro ist seit 9 Jahren in der Armee aktiv und hat bereits viele Erfahrungen gemacht. Sie sieht sehr positiv auf ihren bisherigen Dienst zurück. Dennoch gab es immer wieder Kommentare, nur aufgrund ihres Geschlechts:
“Ich habe das Gefühl, ich muss mich jeden Dienst aufs Neue beweisen."
Als Oberleutnant ist sie in einer Führungsposition tätig, was nicht immer direkt auf positive Reaktionen stösst. Caro meint, dass ein Bruchteil der Männer Zeit braucht, sie als Führungsrolle anzuerkennen, aber mit der Zeit erhält sie auch ihren Respekt.
Obligatorischer Orientierungstag?
Um den Frauenanteil im Militär zu erhöhen, plant der Bundesrat, einen obligatorischen Orientierungstag für Frauen einzuführen. Wenn mehr Frauen informiert werden, leisten sie auch eher einen freiwilligen Dienst im Militär oder im Zivilschutz, so die Hoffnung hinter dieser Forderung. Diese Forderung ist aber nicht so einfach umzusetzen, dafür muss nämlich die Bundesverfassung geändert werden. Der Artikel 59 soll nämlich mit der Ergänzung angepasst werden.
Dafür hat aber das Volk das letzte Wort, wie bei jeder Änderung der Bundesverfassung. Voraussichtlich wird das Parlament 2027 darüber diskutieren und es wird 2028 vor das Volk kommen. Ab 2030 sollten dann auch Frauen einen Orientierungstag besuchen müssen, wobei der Dienst aber freiwillig bleibt.
Am Orientierungstag für Frauen in Sempach nahmen 33 Interessierte teil. Marcel Meier, Leitung der Abteilung Militär im Kanton Luzern, war der Hauptverantwortliche für den Tag. Er erzählt, dass ihr Ziel sei, dass sich die Teilnehmer*innen ein möglichst ganzheitliches Bild über die Armee machen können. Der Tag soll als Entscheidungsgrundlage dafür dienen, ob die jungen Frauen einen freiwilligen Dienst leisten möchten.