Wer will einen Sitz?
2027 wird ein Jahr voller Politik. Die Luzerner*innen wählen Kantons- und Regierungsrat, sowie unsere Vertretung in Bern, im National- und Ständerat. Parlamente und Räte sind aber häufig nicht besonders repräsentativ. Besonders der hohe Altersdurchschnitt fällt auf. Den wollen Jungparteien aber ändern:
In der Sendung erfährst du in einem exklusiven Interview, wer von den Jungen Grünen bei den Regierungsratswahlen antritt, was sie kritisieren und wie hoch sie ihre Chancen sehen. Dazu erzählen Florian Thalmann (junge Mitte) und Jason Elsener (jGLP) mehr über die Kandidatur in ihrer Jungpartei:
Kampfwahl für mehr Transparenz
Die Jungen Grünen Luzern kritisieren das Nominierungen für die Regierungsratswahlen, meist hinter verschlossenen Türen geschieht. Deshalb haben sie für ihre Regierungsratskandidatur allen Mitgliedern die Möglichkeit gegeben sich als Kandidat*in zu bewerben. Nach vielen Gesprächen, kristallisierten sich zwei Bewerbungen heraus: Einerseits ist das Maline Zimmermann, 24, studiert Elektrotechnik an der ETH und, bereits seit sie 16 ist, Mitglied der Jungpartei. Nach 5 Jahren im Vorstand ist sie nun im Einwohner*innenrat von Horw mit der jungen L20, einem Zusammenschluss linker Parteien. Als Kernthemen nennt sie die Klimakrise, globale Gerechtigkeit und Feminismus. Auf der anderen Seite steht Liv Kloth, 20, Studentin von Umweltnaturwissenschaften. Sie ist seit 2024 im Vorstand der Jungen Grünen aktiv. Auch sie wurde durch die Klimakrise politisiert, setzt sich aber auch stark für Feminismus, Inklusion und "alles was links ist" ein. Wer von ihnen für die jungen Grünen für die Regierungsratswahl nominiert wird, wird in der Mitgliederversammlung im August entschieden.
Jungpartei = chancenlos?
Während immer mehr junge Menschen in Gemeinderäte oder Kantonsparlamente gewählt werden, hat aber bisher noch keine Jungpartei einen Sitz im Regierungsrat erobert. Ist die Kandidatur also aussichtslos und bringt gar nichts?
"Nur weil in der Vergangenheit niemand gewählt worden ist, heisst das nicht das junge Leute dieses Amt nicht übernehmen können."
Maline Zimmermann ist überzeugt, dass auch junge Leute diese Verantwortung tragen können. Auch wenn junge Menschen weniger Lebenserfahrung haben, sind sie dafür häufig motivierter und denken weniger in Mustern. Deshalb wäre es durchaus an der Zeit, dass auch einmal junge Personen gewählt werden, so die 24-jährige.
Dazu habe die Kandidatur einen Vorteil für die Anliegen der Jungpartei, wie Liv Kloth anspricht:
"Gleichzeitig ist es auch eine gute Plattform für uns, um linke Anliegen mehr in der breiten Bevölkerung darzubieten."
Dass sie mit den Jungen Grünen wieder für den Regierungsrat kandidieren möchten, auch wenn die Chancen nicht optimal sind, war also klar.
Wird im Hinterzimmer nominiert?
Nicht nur die jungen Grünen treten als Jungpartei zur Wahl an. Die Junge Mitte tritt mit dem 23-jährigen Präsident Florian Thalmann an und die Junge GLP geht mit Jason Elsener, 29, ebenfalls Parteipräsident, ins Rennen. Die Jungen Grünen kritisieren im Rahmen der Regierungsratswahl die oft intransparente Wahl der Spitzendkandidat*innen, besonders bei den Mutterparteien. Auf die Finger geschaut haben wir dabei bei der Jungen Mitte und der Jungen GLP, die bereits nominiert haben:
Die Jungpartei der Grünliberalen hat bei ihrer ersten Kandidatur überhaupt für den Regierungsrat allen Mitgliedern die Möglichkeit gegeben zu kandidieren. An einer Mitgliederversammlung wurde dann Jason nominiert. Die Junge Mitte dagegen hat im Vorstand mögliche Kandidaturen besprochen und Gespräche geführt. Im Gegensatz zu den anderen Jungparteien wurde an der Mitgliederversammlung eine Empfehlung für Florian herausgegeben, der dann auch nominiert wurde.
Ob weitere Luzerner Jungparteien das Rennen um einen Regierungsratssitz beitreten, bleibt noch offen.