Langlebigkeit (engl. Longevity) ist momentan voll im Trend. Personen wie der Tech-Millionär Brian Johnson bringen die Suche nach der ewigen Jugend auf die Smartphonescreens.
Immer mehr Menschen wollen bewusster und gesunder leben. Dabei sind nicht nur Therapien und medizinische Versorgungen immer wieder eine Kostenfrage, sondern auch gesunde Lebensmittel und andere Präventionsmassnahmen haben ihren Preis.
Während wir in der Schweiz immer älter werden, stellt sich die Frage, wie wir dieses längere Leben finanzieren wollen. Dabei geht es nicht allein um die Finanzierung von Alltagsgütern und Freizeit. Aber was passiert, wenn ich 30 Jahre lang AHV beziehe? Kann der Schweizer Staat diese Kosten überhaupt finanziell tragen?
Prävention
Trotz teuren Rotlichttherapien und Gasdruckkammern: Die effektivste Prävention muss nicht Millionen kosten. Nicht rauchen, wenig Alkohol, ausgewogenes Essen, regelmässige Bewegung, genug Schlaf und soziale Kontakte sind eine gute Vorsorge für deine Gesundheit.
Neue Realität
Heute werden Personen aus der Schweiz im Schnitt 20 Jahre älter als noch vor 100 Jahren. Das hat somit auch einen Einfluss auf die Gesellschaft und interessiert deshalb nicht nur die Medizin, sondern unter anderem auch Politik und Wirtschaft. Prof. Dr. Anina Cristina Hille beschäftigt sich deshalb genau mit diesem Thema. Sie hat sich im Interview unseren Fragen gestellt.
Finanzierung des Lebens
Heute ist man deutlich länger im Ruhestand als noch vor wenigen Jahren. Durch die Pensionierung entfällt das Erwerbseinkommen und wird durch das Renteneinkommen ersetzt. Meistens ist dieses Einkommen tiefer als jenes vor der Pensionierung.
"Wer finanziell dazu in der Lage ist, sollte möglichst früh vorsorgen"
Laut Anina Cristina Hille kann das eigene Sparen die soziale Vorsorge zwar nicht ersetzen, jedoch ergänzen. Selbst kleinere regelmässige Beiträge können später einen grossen Unterschied machen. Dabei ist sparen nicht alles: Um eine längere Pension zu finanzieren kannst du entweder sparen, länger erwärbstätig bleiben oder deine Ausgaben anpassen.
Politische Sicht
Dass man mit 65 Jahren in die Rente kommt, gilt in der Schweiz schon lange. Für die Männer wurde dieses Rentenalter bereits im Jahr 1948 festgelegt. Mit dem Unterschied, dass die Menschen damals bereits deutlich jünger verstarben als heute. Somit wird das Rentenalter also ziemlich verlängert. Für die AHV und somit die erwerbstätige Bevölkerung bedeutet dies somit höhere Kosten.
Es gibt Länder, in denen ist das Rentenalter an die Lebenserwartung gekoppelt. In der Schweiz wäre somit ein höheres Rentenalter eine Möglichkeit, die Einnahmen der AHV zu steigern. Jedoch ist es nicht die einzige: höhere Beiträge, zusätzliche Steuermittel oder stärkere Erwerbsbeteiligung wären ebenfalls denkbar. Laut Anina Cristina Hille sollte die Lösung hierbei nicht einfach eine Altersgrenze sein. Durch die unterschiedliche körperliche Belastung verschiedener Berufe ist es nicht möglich, dass alle Personen gleich lange arbeiten. Somit sollte auch die Lösung flexibler sein.
AHV in 40 Jahren
Die Lebenserwartung in der Schweiz wird weiter steigen. Dadurch werden die Renten weiter und länger ausbezahlt. Der Bedarf nach einer staatlichen Altersvorsorge wird somit weiter ansteigen. Ob die AHV in 40 Jahren noch die gleiche ist wie heute, das steht in den Sternen. Schlussendlich ist dies nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein politischer Entscheid. Um es in Prof. Dr. Anina Cristina Hilles Worten zu sagen: